Ratgeber
Was kostet ein Imagefilm – und wann lohnt er sich?
4 Min. Lesezeit · 11.9.2026
Die ehrliche Antwort lautet: Es hängt an vier Größen, und die kann man vorab benennen. Was ein Film kostet, entscheidet sich nicht am Verhandlungsgeschick, sondern am Umfang – und den bestimmen Sie mit.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Vier Posten bestimmen die Rechnung: Konzeption und Drehbuch, die Zahl der Drehtage, das Team vor Ort (Kamera, Licht, Ton, gegebenenfalls Drohne) und die Postproduktion. Am meisten unterschätzt wird die Konzeption – wer ohne Drehbuch dreht, dreht häufig zu viel Material, das am Schnittplatz teuer sortiert werden muss.
Die drei Größenordnungen
- Kurzform – 60 bis 90 Sekunden, ein halber Drehtag, das Konzept steht bereits. Der Einstieg, wenn es vor allem um einen Auftritt auf der Website und in den sozialen Netzen geht.
- Klassischer Imagefilm – 90 bis 180 Sekunden, ein voller Drehtag, Drehbuch inklusive. Die häufigste Bestellung: genug Zeit für Menschen, Räume und Ablauf, ohne dass die Produktion über mehrere Tage geht.
- Mehrtägige Produktion – mehrere Standorte, Interviews, Luftbilder, mehrere Schnittfassungen für Messe, Website und Recruiting. Sinnvoll, wenn aus einem Dreh mehrere Filme entstehen sollen.
Zwischen der ersten und der dritten Stufe liegt ein Vielfaches – nicht weil die Kamera eine andere ist, sondern weil Drehtage, Team und Schnittzeit sich mit dem Umfang multiplizieren.
Was die Rechnung unnötig erhöht
Drei Muster sind erfahrungsgemäß die häufigsten Kostentreiber: Schauspieler statt der eigenen Mitarbeiter (Casting, Regie, zusätzliche Drehtage), Freigabeschleifen mit mehr als zwei Entscheidern, und Änderungswünsche, die erst nach dem Schnitt kommen, weil vorher niemand das Drehbuch gegengelesen hat. Alle drei lassen sich vor dem Drehtag klären, nicht danach.
Was ein Film kann, was Text und Foto nicht können
Ein Foto zeigt einen Moment, ein Text beschreibt einen Ablauf – ein Film zeigt beides gleichzeitig, mit Ton und Zeit. Für eine Werkstatt heißt das: das Geräusch der Maschine, das Tempo, mit dem eine Fassade saniert wird, die Stimme des Meisters, der erklärt, warum er eine Sache so und nicht anders macht. Das lässt sich beschreiben, aber nicht wirklich vermitteln.
Deshalb ist ein Imagefilm dort am wirksamsten, wo Vertrauen an einer Person oder einem Ablauf hängt: bei der Personalgewinnung, bei erklärungsbedürftigen Leistungen, bei Messeauftritten, wo ein Bildschirm läuft, während niemand am Stand zum Gespräch bereitsteht. Für ein Produkt, das sich in einem Satz erklärt, reicht dagegen oft ein gutes Foto – der Film wäre dann teurer als der Nutzen, den er stiftet.
Wie ein Drehtag abläuft
Vor dem ersten Drehtag steht das Briefing: Botschaft, Zielgruppe und die Orte, an denen der Film später laufen soll – Website, Messewand oder Stellenanzeige verlangen unterschiedliche Längen und Formate. Danach folgt das Drehbuch mit Storyboard, Drehplan und den nötigen Genehmigungen für die Location. Am Drehtag selbst steht meist mehr Wartezeit an, als Auftraggeber erwarten: Licht muss aufgebaut, Ton getestet, Aufnahmen wiederholt werden. Ein Drehtag für einen klassischen Imagefilm dauert in aller Regel acht bis zehn Stunden, auch wenn am Ende nur zwei Minuten Film dabei herauskommen.
Die Postproduktion – Schnitt, Farbkorrektur, Sounddesign, Untertitel – nimmt anschließend zwei bis vier Wochen in Anspruch, je nach Zahl der gewünschten Fassungen. Wer für Website, Instagram und eine Jobanzeige jeweils eine eigene Version braucht, sollte diese Cutdowns von Anfang an einplanen statt sie nachträglich zu beauftragen; das ist der Unterschied zwischen einer geplanten Zusatzfassung und einem teuren Nachtrag.
Was Sie vor dem Dreh vorbereiten sollten
Drei Dinge sparen am meisten Zeit und damit Geld: eine feste Ansprechperson, die am Drehtag Entscheidungen treffen kann, informierte Mitarbeiter, die wissen, dass gefilmt wird und was von ihnen erwartet wird, und ein Ausweichtermin für den Fall, dass eine Maschine an dem Tag ungeplant stillsteht. Nichts davon kostet Geld, aber jedes fehlende der drei kostet am Drehtag Zeit – und Zeit ist an diesem Tag der teuerste Posten.
Wann er sich nicht lohnt
Wenn die Website noch keine belastbare Zahl an Besuchern hat oder das Budget für den Dreh das gesamte Jahresmarketing aufbraucht, ist ein Foto-Update meist der bessere erste Schritt. Ein Imagefilm verstärkt eine funktionierende Grundlage, er ersetzt sie nicht. Auch wer ständig neue, kurzlebige Angebote bewirbt, ist mit einem Werbefilm oder mit Fotos meist besser bedient als mit einem Imagefilm, der auf Langlebigkeit angelegt ist und nicht monatlich neu gedreht werden sollte.
Details zum Ablauf – von Drehbuch bis Untertitel – stehen unter Imagefilm & Werbefilm. Die Formate im Einzelnen erklärt der Beitrag Imagefilm oder Werbefilm? Die Unterschiede einfach erklärt. Wie sich das Prinzip „eigenes statt gekauftes Material" auch auf Fotos überträgt, steht in Eigene Bilder oder Stockfotos? Was der Unterschied wirklich ausmacht.

