Ratgeber
Was kostet Immobilienfotografie – und was bringt sie beim Verkauf?
3 Min. Lesezeit · 11.9.2026
Einen Festpreis gibt es hier bewusst nicht – zu unterschiedlich sind eine Zweizimmerwohnung und ein leerstehendes Gewerbeobjekt mit mehreren Hallen. Was sich aber benennen lässt, sind die Größen, an denen der Preis hängt, und ein Rahmen, in dem sich die meisten Aufträge bewegen.
Woran der Preis hängt
- Zahl der Räume und ob Innen- und Außenaufnahmen gefragt sind
- Ob das Objekt bewohnt, möbliert oder leer ist – ein leeres Objekt braucht meist mehr Vorbereitung vor Ort, ein bewohntes mehr Abstimmung zum Termin
- Ob ein Video-Exposé dazukommt
- Ob Luftbilder für Lage und Grundstück sinnvoll sind
Wovon der Preis abhängt
- Objektgröße und Zahl der Räume – eine Zweizimmerwohnung ist an einem Vormittag fertig, ein Haus mit Garten und Nebengebäuden nicht.
- Innen, außen oder beides – Außenaufnahmen hängen am Wetter und am Sonnenstand, was einen zweiten Termin bedeuten kann.
- Video-Exposé zusätzlich zu den Fotos – derselbe Termin, aber mehr Aufnahmezeit und deutlich mehr Schnitt.
- Luftbilder – lohnen sich bei Grundstück, Lage und Dach; bei einer Etagenwohnung nicht.
- Gewerbeobjekt oder ganzes Portfolio – hier wird pro Objekt kalkuliert, weil sich Anfahrt und Vorbereitung auf mehrere Termine verteilen.
Was Ihr Objekt kostet, sagen wir nach einem kurzen Gespräch und halten es schriftlich fest – vorher wäre jede Zahl geraten. Eine Preisliste steht hier bewusst nicht: Sie wäre für die Hälfte der Anfragen zu hoch und für die andere Hälfte zu niedrig.
Was das beim Verkauf tatsächlich bringt
Wer auf einem Immobilienportal durch die Trefferliste scrollt, sortiert zuerst nach dem Titelbild – der Text kommt erst danach ins Spiel. Ein Weitwinkelobjektiv ohne Verzeichnung zeigt einen Raum so, wie er wirklich geschnitten ist, statt ihn optisch zu stauchen oder zu verzerren. Belichtungsreihen verhindern das häufigste Problem an Innenaufnahmen: ausgebrannte, komplett weiße Fenster, durch die man weder den Garten noch die Nachbarbebauung erkennt.
Ein Video-Exposé zeigt zusätzlich den Zusammenhang zwischen den Räumen – wie die Küche zum Wohnzimmer liegt, wie man vom Flur aus ins Bad kommt. Das beantwortet Fragen, die sonst erst bei der Besichtigung auffallen, und reduziert damit Besichtigungstermine, die allein am Grundriss scheitern.
Wie der Termin abläuft
Vorab werden Objektdaten geklärt: Größe, Zimmerzahl, Lage, ob das Objekt bewohnt oder leer ist, und der gewünschte Termin. Vor Ort zählt Vorbereitung mehr als Ausrüstung – eine kurze Liste, was vor dem Termin weggeräumt gehört (persönliche Gegenstände, volle Mülleimer, offene Kabel), spart am Drehtag die meiste Zeit. Innenaufnahmen entstehen mit Stativ und Belichtungsreihe, Außenaufnahmen zur passenden Tageszeit – bei Häusern mit Garten meist am späten Nachmittag, wenn das Licht flacher fällt und weniger Schlagschatten wirft.
Wer zahlt und wer beauftragt
Sowohl Maklerbüros als auch private Eigentümer beauftragen Immobilienfotografie direkt – ein Makler im Auftrag rechnet die Kosten in der Regel über die eigene Vermarktung ab, ein Eigentümer im Privatverkauf trägt sie selbst. In beiden Fällen steht der Umfang vorher schriftlich fest, damit am Ende nicht über einzelne Zusatzaufnahmen verhandelt werden muss.
Für Makler kommt ein weiterer Punkt hinzu: Wer regelmäßig mehrere Objekte gleichzeitig vermarktet, profitiert von einem festen Ansprechpartner statt wechselnder Fotografen – Bildsprache und Bearbeitung bleiben dann über verschiedene Exposés hinweg gleich, was bei einer Objektübersicht auf der eigenen Website auffällt, auch wenn es kein Kunde einzeln benennen würde.
Wann sich Luftbilder zusätzlich lohnen
Bei einem freistehenden Haus mit Garten, einem Grundstück oder einem Gewerbeobjekt zeigt ein Luftbild die Lage, die Grundstücksgröße und die Nachbarbebauung – Informationen, die im Innenfoto gar nicht vorkommen können. Details dazu stehen im Beitrag Warum Luftbilder zeigen, was vom Boden aus nicht zu sehen ist.
Was sich nicht lohnt
Bei einer Wohnung ohne Balkon und ohne besondere Lage ist ein Luftbild meist verzichtbar – hier zählt die Innenaufnahme. Und bei einem Objekt, das ohnehin innerhalb weniger Tage verkauft wird, weil Lage und Preis stimmen, amortisiert sich ein aufwendiges Video-Exposé kaum.
Was Verkäufer vor dem Termin klären sollten
Zwei Fragen sparen im Nachhinein Diskussionen: Sollen bestimmte Räume oder Ansichten bewusst ausgespart werden – etwa ein noch nicht renoviertes Bad – und wer entscheidet vor Ort über kleinere Umräumarbeiten, wenn ein Raum überladen wirkt. Wird das vorab geklärt, lässt sich der Termin ohne Rückfragen durchziehen, statt während der Aufnahme erst zu entscheiden.
Umfang und Ablauf im Detail: Immobilienfotografie & Video-Exposé.

